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Alpfantischau Teil 1 - Alpfantischau Teil 2 - Alpfantischau Teil 3 - Alpfantischau Teil 4

 

Alpfanti octopussi (Kopffanti)

Nein, nein! Alpfanti octopussi ist keine Kreuzung zwischen Alpfanti und einem Octopus und besitzt - abgesehen vom Rüssel - auch keine Tentakel. Die Gemeinsamkeit zwischen diesen beiden grundlegend verschiedenen Tierarten liegt nur darin, dass beide in analoger Entwicklung ihren Körper im Wesentlichen auf den markanten Kopf reduziert haben. Die dadurch massiv eingeschränkte Beweglichkeit von Kopffanti hat leider dazu geführt, dass viele dieser Tiere in Wohnstuben rücksichtsloser Wanderer als lebende Trophäen an die Wand gehängt werden. Bitte nehmen Sie davon unbedingt Abstand!

Alpfanti clavis (Schlüsselfanti)

Alpfanti clavis, eine Schande für uns Menschen. Diese dunkelbraunen kleinen Alpfantis mit den auffallend hellen Ohren weckten schon sehr früh das Interesse der Bergbewohner. Leider ging die eigennützige Liebe der Menschen zu diesen Tieren so weit, dass sie sich gar nicht mehr von ihnen trennen wollten. So legten sie diese Alpfantis in Ketten und missbrauchten sie nicht selten als Schlüsselanhänger. Lebende Exemplare dieser Tiere hat man schon sehr lange nicht mehr gesehen, so dass man Schlüsselfanti mittlerweile für ausgestorben hält.

Alpfanti adventi (Lebfanti)

Gerade in den Wintermonaten berichten Bergwanderer hin und wieder von angenehm würzigen Düften, die sie etwas abseits der Hauptwanderwege wahrgenommen hätten. Meist werden diese Erzählungen als Unsinn abgetan, denn nur ganz wenige Menschen wissen von Alpfanti adventi. Der äußerst seltene braune Alpenelefant mit dem süßen weißen Saum ernährt sich den Sommer über ausschließlich von den würzigsten Kräutern, die ihm ein lebkuchenartiges Aroma verleihen, das besonders im Winter auffällt, wenn die duftende Vegatation von meterhohem Schnee bedeckt ist. Vermutlich lockt Lebfanti damit auch Feinde an, die ihn seines würzigen Fleisches wegen schätzen. Es gibt bislang nur ein Foto, so dass besorgte Alpfantologen meinen, das abgebildete Exemplar könne gar das Letzte seiner Art sein. In diesem Fall wäre zu befürchten, dass Lebfanti bis Weihnachten bereits ausgestorben sein wird.

Alpfanti incendens (Drachfanti)

Schon seit vielen Jahrhunderten erzählen sich Menschen die schaurigsten Märchen über geheimnisvolle, furchterregende, gar feuerspeiende Tiere mit großen zackigen Flügeln. Reine Fantasie oder doch ein wahrer Kern? Wie so oft finden wieder einmal Alpfantologen eine verblüffend einfache Erklärung. Hinter all diesen gruseligen Sagen und Legenden steckt der kleine, völlig harmlose Alpfanti incendens. Sein violettes Fell und seine etwas ausgefransten großen Ohren haben die Fantasie unserer Vorfahren so sehr beflügelt, dass sie dem unschuldigen Tier gleich auch noch die Kunst des Feuerspeiens angedichtet haben. Zwar gibt es einzelne Berichte über Drachfantis, die in den Ruinen abgebrannter Almhütten gesehen worden sein sollen, doch vermutlich wollten sich die Tiere dort lediglich wärmen.

Alpfanti caput-titubans (Wackelfanti)

Auf einer anstrengenden Tour mit irritierenden Wegweisern zu mehreren namenlosen Gipfeln ist mir zwischen dem achten und dem neunten Gipfel eine ganz besondere Alpfanti-Rarität begegnet, einer der seltenen Wackelfantis. Sie haben ihren Namen wegen des fast ständigen Kopfwackelns, das selbst auf jedem der wenigen Fotos von Alpfanti caput-titubans deutlich zu erkennen ist. Vermutlich handelt es sich hierbei aber nicht um eine Erkrankung des Nervensystems dieser Tiere. Wackelfantis haben recht starre, wenig bewegliche Ohren, die so kaum zur Kühlung des massigen Körpers taugen. Dieser Mangel könnte durch die permanente Kopfbewegung ausgeglichen werden. Spöttische Zungen behaupten jedoch, das schwindelerregende Kopfwackeln sei eher ein verwundertes Kopfschütteln. Doch was sollte in der Idylle zwischen G8 und G9 so verwunderlich sein?

Alpfanti elegans (Eleganti)

Man sieht sie nicht oft, doch wenn sie einem begegnen, kann man Elegantis in ihrer beeindruckenden majestätischen Pracht kaum übersehen. Mit ihren fantastischen Hautmustern fallen sie dem verblüfften Wanderer sofort ins Auge. Der Sinn der Verzierungen ist nicht endgültig geklärt, vermutlich sollen sie die wegen der geringen Individuenzahl ohnehin schwierige Partnerfindung erleichtern. Hat sich ein Pärchen einmal gefunden, bleibt es lebenslang zusammen und sorgt gemeinsam für den seltenen Nachwuchs. Es ist also durchaus möglich, eine komplette Kleinfamilie vorüberziehen zu sehen.

Alpfanti bratteatus (Glanzfanti)

Trotz des güldenen Schimmers handelt es sich bei Alpfanti bratteatus definitiv nicht um Goldfanti. Die Farbe ist nicht metallischen Ursprungs, variiert je nach Stimmungslage des Tieres deutlich in ihrer Intensität und hat vermutlich die Funktion eines Imponiergehabes, mit dem potentielle Gegner abgeschreckt werden sollen. Diese Abschreckung mag gegenüber Tieren wirksam sein, doch von gewissenlosen Menschen sollen schon viele Glanzfantis gerade wegen dieser spektakulären Hauttönung erlegt worden sein. Schrecklich!

Alpfanti delabans (Rodelfanti)

Alpfanti delabans gehört zu den besonders schwierig zu beobachtenden Alpfantiarten, da meist nur ihre überlangen Rüssel aus dem Schnee herausragen und die sind so dünn, dass sie nur dem geübten Auge auffallen. Alpfanti delabans hält eine Art Sommerschlaf und ist praktisch nur im Winter aktiv. Schneeverwehungen oder gar Lawinenabgänge sind für die Tiere völlig ungefährlich, da sie mit ihren strohhalmartigen Rüsseln immer wieder an die Oberfläche gelangen und damit frische Luft tanken können. Nur ganz wenige wissen, mit welch tierischem Vergnügen diese Alpfantis tief verschneite Hänge mit hohem Tempo hinabrutschen. Der Beiname Rodelfanti findet hier seine Erklärung.

Alpfanti fragilis (Zartfanti)

Alpfanti fragilis, eine sehr zerbrechliche Alpfantiart, findet man fast nur in unmittelbarer Nähe von Almhütten. An das raue Leben im felsigen Gebirge sind sie nur schlecht angepasst. Sie gehören eher zu den großen Alpfantiarten, besitzen dabei aber nur einen hauchzarten Körperbau. Kommen sie im unwegsamen Gelände einmal ins Stolpern, so brechen sie sich leider sehr leicht ihre Gliedmaßen und sind dann wehrlose (wohlschmeckende) Beute ihrer skrupellosen zweibeinigen Jäger. Doch an so grausame Dinge wollen wir gar nicht denken. Zum Glück gibt es auch recht fürsorgliche Menschen, die verletzten Zartfantis ganz kunstvoll spezielle Schienen anlegen, so dass Brüche ausheilen können. Besonders gepflegt wird dieser edle Brauch im Zillertal, wo verletzten Tieren besonders schöne schleifenförmige Schienen angepasst werden. Am wirksamsten sind angeblich Verbände aus Kamelhaar. 

Alpfanti vigil (Wachfanti)

Alpfanti vigil, auch Wachfanti oder Custos genannt, gehört zu den schwersten Alpfantiarten, womit sie recht robust erscheinen und durchaus Eindruck hinterlassen. Kein Zufall, dass Wachfantis auf Almen oft als Türsteher eingesetzt werden. Wer diese Alpfantis aber etwas näher kennenlernen darf, weiß bald, dass es eigentlich sehr sensible, scheue und sogar ängstliche Tiere sind. So gibt es (ganz geheime) Berichte über bösartige Attacken von Mäusen und Siebenschläfern auf Alpfanti vigil. Angeblich stehen die auf den ersten Blick so massiv wirkenden Wachfantis diesen Angriffen hilflos gegenüber. Da hilft dann nur noch eine ganz spezielle liebevolle Pflege, die auch als „Margotisieren“ in die Fachliteratur eingegangen ist.


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