unterwegs

Schneidjoch

Zu den Rätern am Schneidjoch

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  1. Etwa sieben Kilometer vor Steinberg findet man an einer Rechtskurve unübersehbar linker Hand einen Parkplatz. Hier ist der ideale und ausgeschilderte Ausgangspunkt zur Gufferthütte. Der Weg ist zwar größtenteils eine breite fest ausgebaute Forststraße aber interessanterweise als geologischer Lehrpfad ausgestattet. Bild b) zeigt z.B. "roten Liasbasiskalk".


  2. Eineinhalb bis zwei Stunden zieht die gegen Ende zu schmäler und fast zu einem Pfad werdende Forststraße den Wanderer gemütlich ansteigend etwa 400 Höhenmeter hinauf. Schließlich zeigt sich links oben die Gufferthütte. Auch wenn es einen kleinen Umweg bedeutet, mache ich mich auf den Weg zum wunderschönen Haus der DAV-Sektion Kaufering. Von hier habe ich einen herrlichen Blick rüber zum Schneidjoch, hinter dessen beiden Gipfeln der Guffert hervorlugt.


  3. Nun aber auf zum Schneidjoch und seinem historischen Schatz. Zuerst geht es einige hundert Meter auf dem Hinweg zurück. Dann zweigt ein Trampelpfad in eine feuchte Wiese ab. Teilweise lassen sich die nassen Stellen auf schmalen Holzstegen einigermaßen trocken überqueren. Nach einem anfangs flacheren Stück geht es bald steiler werdend bergauf. Bild b) zeigt die Stelle, an der ich den Anstieg unterbreche und nach rechts zur Räterhöhle abbiege.


  4. Als der Weg zur Räterhöhle mit den wohl über 2000 Jahre alten nordetruskischen Schriftzeichen immer schlammiger wird, keimt in mir für kurze Zeit die Hypothese, bei den Rätern müsse es sich um eine - zugegeben hochentwickelte - Amphibienart gehandelt haben. Schließlich finde ich die Höhle, die als ausgewiesenes europäisches Kulturgut zum Schutz vor modernen Vandalen mit einem Gitter gesichert ist. Die Zeichen auf den Felsen sind aber dennoch zu sehen.


  5. Nach einigen andächtigen Minuten vor den alten Felseninschriften mache ich wieder kehrt. An der bei Punkt 3 beschriebenen Abzweigung biege ich nun nach rechts oben ab. Während ich mich in Richtung Schneidjochsattel hocharbeite, lohnt es sich durchaus, den Blick auch mal zurückschweifen zu lassen. Bild rechts zeigt Schinder und Hinteres Sonnwendjoch.


  6. Da der Weg hinauf zum Schneidjochsattel oft nicht klar erkennbar ist, folge ich den roten Markierungen auf Felsen und Holzpflöcken. Am Sattel empfängt mich ein berauschender Blick hinüber zum südlich gelegenen Guffert (siehe Titelbild). Das Schneidjoch hat eigentlich zwei Gipfel, doch der östlich gelegene scheint mir durch dichten Latschenbewuchs für Wanderer unzugänglich. Der westliche Gipfel müsste erreichbar sein, ich mache mich auf den Weg.


  7. Auf dem mit 1811 m höchsten Punkt des Schneidjochs empfängt mich ein Gipfel-"Kreuz", der eher bescheideneren Kategorie. Zudem ist der Boden übersät mit den Hinterlassenschaften von Schafen, man kann es auch riechen. Bei den heutigen Sichtverhältnissen ist das aber nicht weiter schlimm. Ich genieße trotzdem ohne Abstriche die Aussicht, z.B. zur Halserspitz und zum ferneren Risserkogel (Bild a) oder zum Unnütz (Bild b).


  8. Beim Abstieg entlang der Südseite des Schneidjochs ist es wieder sehr zu empfehlen, die Augen aufzuhalten, um rote Markierungen zu finden. Mit herrlichen Ausblicken zu Guffert, Unütz oder Juifen komme ich schließlich an die Schneidalm, an der ich scharf nach links unten abbiege. Schmal und steil ist der Pfad, der mich letztlich zu einer Forststraße und diese zur Hauptstraße nach Steinberg bringt, an der ich noch ca. eine viertel Stunde zum Parkplatz zurücklaufe.


  9. GPS-Karte


  10. Höhenprofil