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Warngau - Bildstöcke

Bildstöcke im Gemeindegebiet Warngau

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Warngau, die aus vielen kleinen malerischen Dörfern und Höfen bestehende Gemeinde am Taubenberg kann eine Reihe dieser alten Tuffsteinsäulen aufweisen.

Die Gemeinde Warngau grenzt östlich bis südlich an das Holzkirchenr Gemeindegebiet. Auf 5124 ha Fläche leben nur knapp 3800 Einwohnern. Nach den Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik verteilen sich die Bewohner auf 81 Ortsteile, die häufig nur aus einem einzigen Hof bestehen. Im Internetauftritt der Gemeinde Warngau sind nur die elf etwas größeren  Ansiedlungen aufgeführt. Es handelt sich also um eine sehr ländlich geprägte Gemeinde, in der sich auch einige alte Tuffsteinsäulen gut in die Landschaft einfügen.

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rot: Bildstöcke in Warngau; schwarz: Timotheuskreuz in Warngau
blau: Bildstöcke in Weyarn; gelb: Bildstock in Valley

 

Osterwarngau

Von Lochham bzw. Holzkirchen kommend findet man unweit des Ortsschildes von Osterwarngau einen Bildstock aus dem 16. Jahrhundert. Er gehört zu den besonders alten Bildstöcken, kann aber auch als Beispiel dafür dienen, wie einige (leider nicht alle) dieser betagten Steinsäulen auch heute noch liebevoll gepflegt werden. Eine Vergleichsaufnahme aus dem Jahr 2007 zeigt ein schon sehr verblasstes Bildmotiv; außerdem sieht man, dass ein Teil des Steinkreuzes an der Spitze abgebrochen ist. Im Jahr 2013 sind alle drei Nischen mit neuen Bildern ausgestattet. Sie zeigen neben dem gekreuzigten Jesus noch die beiden Heiligen Notburga und Isidor. Außerdem ist das steinerne Kreuz wieder sehr schön restauriert.

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Zu Osterwarngau wird auch der Bildstock "Grüne Marter" am Taubenberg gerechnet. Alle vier Nischen enthalten eigene Bildmotive, die aber teilweise schon recht verwittert sind. Der Stamm der Säule zeugt von einigen Versuchen, den Bildstock durch Ausbesserungsarbeiten vor einem möglichen Abbrechen zu bewahren. Die Grüne Marter stammt angeblich aus dem Jahr 1705, vermutlich zur Erinnerung an den Bauernaufstand gegen den Kaiser, wobei in der Sendlinger Mordweihnacht 1705 über 1000 Bauern niedergemetzelt wurden. Die Säule dürfte daher in Wahrheit wohl frühestens dem Jahr 1706 zuzuordnen sein.

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Draxlham

Von der Valleyer Straße führt ein einsamer Weg am Südrand des VIVO-Geländes vorbei nach Draxlham. Etwa 250 Meter vom Ortsteil Draxlham entfernt steht am Nordostrand des Weges eine weitere der Steinsäulen auf Warngauer Gemeindegebiet. Hier kommen wohl so selten Besucher vorbei, dass nicht mal das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege von dieser Säule Kenntnis genommen hat, zumindest findet man im Internet bis dato (Juni 2015) keinen Hinweis darauf. Auch scheint dieser Bildstock in jüngster Zeit keinerlei fachmännische Renovierungsarbeiten erlebt zu haben. Vermutlich waren mal drei Seiten für Bildmotive vorgesehen. Eine Tafel ist noch erhalten, außer ein paar roten Farbresten ist aber nichts mehr zu erkennen.

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Oberwarngau

Oberwarngau hat zwar keine alte Tuffsteinsäule zu bieten, dafür gibt es gegenüber der Einmündung der Lindenstraße in die MB10 von Oberwarngau nach Wall eine Art Kapellenbildstock neueren Datums.

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Polz

Auf der MB12 von Warngau Richtung Gotzing fahrend kommt man an der Kapelle St. Michael in Hinterberg vorbei. Kurz darauf passiert man das Anwesen Steingräber (links) und kommt dann an eine nach rechts (südlich) abzweigende Allee, von der zwar die Bäume da sind, nicht jedoch die Straße oder der Weg. Vermutlich ging es hier früher mal zum Anwesen Polz. Heute ist hier nur noch Wiese. Wenn man sich von der MB12 aus an den Bäumen entlang etwa 130 Meter vorarbeitet, so gelangt man an eine schon etwas mitgenommene Tuffsteinsäule. Stark bemoost und auf der Südseite im mittleren bis oberen Teil beschädigt, wirkt diese Säule, an der heute kein richtiger Weg mehr vorbeiführt, doch etwas einsam und verlassen. Die eingemeißelte Jahreszahl könnte 1698 lauten. Der Bildstock wird auch ins 17. Jahrhundert datiert. 

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Thalham Trost 

Fährt man von der Hinterberg-Kapelle bei Steingräber ca. 2,3 km Richtung Wall, so biegt man gegenüber einer kleinen Wegkapelle nach links Richtung Hairer ab. Nach einem knappen Kilometer passiert man eine weitere Wegkapelle und nochmal etwa 500 Meter weiter biegt man links nach Trost ab. Gleich darauf sieht man rechts eine Kleine Kapelle mit einem auffallend spitzen Blechdach. Hier geht es in einer Rechtskurve eine Senke runter. Beim nachfolgenden kurzen Anstieg kommt man an der kleinen Tuffsteinsäule aus dem 16. Jahrhundert vorbei. Sie trägt drei Bildmotive. Die Rückseite enthält eine verwitterte leere Bildnische. 

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Keine hundert Meter weiter steht an der Abzweigung Trost der nächste Bildpfeiler. Anstelle von Bildmotiven bietet diese Säule aus dem 16. oder 17. Jahrhundert eine kleine Figurennische mit einer Mutter Gottes. 

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Wall 

Kurz vor dem eigentlichen Ortskern mit der Kirche von Wall kommt man gegenüber einer nach Norden weisenden Abzweigung (Richtung Kapelle St. Michael in Hinterberg an der MB12) am Restaurant/Cafe Waldeck vorbei. Elegant integriert in einen kleinen Spielplatz vor dem Biergarten des Lokals steht auf privatem Grund ein liebvoll gepflegter Bildstock. Die Tuffsteinsäule mit einem Metallkreuz an der Spitze trägt vier Bildmotive und einen typisch düsteren Spruch: "Wie denkt - der Mensch so gerne - der Tod ist - in der Ferne." Der Bildstock ist mit 1786 bezeichnet. 

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Geht man in Wall nördlich der Kirche den Kirchbichl hinunter, so findet man einer Wegkreuzung eine weitere Tuffsteinsäule. Im Gegensatz zur Säule beim Cafe Waldeck macht diese Säule wieder einen etwas verwilderteren Eindruck. Zwei der drei Bildnischen enthalten eine Metallauskleidung, auf der in einem Fall gerade noch die Ahnung eines ehemaligen Bildes zu erkennen ist. Auch der andere Metallhintergrund zeigt ein schon recht verblasstes religiöses Motiv. Die dritte Nische ist leer. 

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Bernloh 

Wenn man von Wall nach und durch Bernloh fährt, findet man kurz nach dem Dorfende von Bernloh (am Ende des kleinen Wäldchens) links der Straße zwischen zwei Bäumen eine Tuffsteinsäule mit drei Bildnischen, von denen nur die zur Straße gewandte ein Motiv zeigt. An der ziemlich vermoosten Spitze trägt die Säule noch ein Kreuz mit drei parallelen Querbalken, was auf das Papstkreuz hindeuten könnte. Die Säule wird ins 18. Jahrhundert datiert, wozu die auf dem Bildmotiv erscheinende Jahreszahl (vermutlich 1785) hindeutet. 

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Feldschuster (Timotheuskreuz)

 Auf dem Weg von Bernloh nach Einhaus sieht man beim Feldschuster zwar keinen klassischen Bildstock, jedoch ein steinernes Kreuz und einen benachbarten kleinen Tuffsteinpfeiler. Das Ensemble stammt wohl aus dem Jahr 1562 und ist als Timotheuskreuz bekannt. Im Rahmen der Arbeiten zur ersten bayrischen Landvermessung stürzte hier Timotheus Apian tödlich vom Pferd. In Erinnerung an seinen Bruder ließ Philipp Apian diese zwei Gedenksteine aufstellen. 

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Quellen:

Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
http://geodaten.bayern.de/denkmal_static_data/externe_denkmalliste/pdf/denkmalliste_merge_182136.pdf
(Juli 2013)
Internetauftritt der Gemeinde Warngau
http://www.warngau.de/
(Juli 2013)
Bayerisches Landesamt für Statistik
https://www.statistik.bayern.de/statistikkommunal/09182136.pdf
(Juli 2013)
Bayerischer Behördenwegweiser
http://www.behoerdenwegweiser.bayern.de/dokumente/behoerde/01996486758/ortsteile?plz=83646&behoerde=91331294439&gemeinde=087635603670
(Juli 2013)
Weihnachten Sendling 1705. Politik - Patriotismus - Mythos
Vortrag des Münchner Historikers Prof. Dr. Ferdinand Kramer vom 6.12.2005 an der Katholischen Akademie über die Mordweihnacht von Sendling
http://www.kath-akademie-bayern.de/tl_files/Kath_Akademie_Bayern/Veroeffentlichungen/zur_debatte/pdf/2005/2005_08_kramer.pdf
Openstreetmap
http://www.openstreetmap.de/karte.html