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Alpfantischau Teil 1 - Alpfantischau Teil 2 - Alpfantischau Teil 3 - Alpfantischau Teil 4

 

 

Alpfanti saltans (Tanzfanti oder Schreifanti)

Großes haben unsere Vorfahren geleistet, als sie die Welt der Berge als ihren Lebensraum erschlossen, prächtige Almen zeugen noch heute davon. Doch in den berechtigten Stolz auf unsere Altvorderen mischt sich auch ein wenig Kritik. So soll es unter den Menschen schon damals recht skrupellose Gesellen gegeben haben, die nicht einmal vor der allergrößten Gemeinheit, dem Missbrauch von Alpfantis als Tanzelefanten zurückschreckten. Angeblich wurden Tanzfantis unter dem Gejohle der rohen Menschenmassen auf Jahrmärkten vorgeführt. Zugegeben, es gibt keinerlei schriftliche und auch so gut wie keine mündlichen Überlieferungen, welche die Existenz von Tanzfantis in früheren Jahrhunderten belegen könnten. Es wäre also ein Leichtes, jene schlimmen Berichte über Tanzfanti als bösartige Gerüchte abzutun, wäre da nicht dieser einmalige Fund aus jüngster Zeit. Auf einer hier nicht näher bezeichneten Alm fand man vor wenigen Jahren eine kleine Porzellanfigur nicht genau zu bestimmenden Alters. Die Figur (siehe Foto) zeigt ohne jeden Zweifel einen im Tanze vorgeführten Alpfanti, dessen Abbild manchen Kunstunsachverständigen wie eine versteinerte Version von Edvard Munchs "Der Schrei" erscheint.

Alpfanti lapideus (Carrafanti) 

Bei Alpfanti lapideus handelt es sich um eine schon lange ausgestorbene Alpfantiart. Man kennt sie nur in versteinerter Form, wobei es in Fachkreisen durchaus Aufsehen erregt, dass diese Tiere offenbar in nur wenigen Jahrhunderten komplett fossilisiert sind. Gefunden werden sie in diversen Steinbrüchen des Voralpenlandes, aus denen sie mühevoll herausgemeißelt werden, um sich schließlich als Briefbeschwerer nützlich zu machen. Auch wenn die zu Stein gewordenen Carrafantis dunkelgrau gefärbt sind, ließen sich unbelehrbare Alpfantologen lange Zeit nicht von ihren Assoziationen mit dem strahlend weißen Marmor aus Carrara abbringen - ein wissenschaftlicher Ausrutscher, der aus Alpfanti lapideus beinahe Alpfanti lapsus gemacht hätte.

Alpfanti prudens (Delphanti) 

Das geheimnisvolle "Del" von Delphanti leitet sich nicht, wie manchmal vermutet, von dem ebenso geheimnisvollen Orakel in Delphi her. Vielmehr soll es an die als besonders schlau geltenden Delfine (Delphine) erinnern, die sich oft schon als Retter von Menschen in Not ausgezeichnet haben. Auch Delphanti gilt als besonders schlau, weswegen ernsthaft erwogen wird, diese Alpfantiart im Zuge des mancherorts schon überhand nehmenden Bergtourismus für die Bergrettung einzusetzen. Früher hörte man von den braven Bernhardinern, in Zukunft könnten es Vertreter von Alpfanti prudens sein. Ob es allerdings für Elefanten ein besonderes Zeichen von Klugheit ist, sich von Menschen in Uniformen stecken zu lassen, das sei dahingestellt.

Alpfanti tigroides (Tigerfanti)

Tiger und Alpfanti in einem! Eine kaum vorstellbare Artenkreuzung oder eine noch weniger erklärbare Laune der Natur? Unmittelbar nach der Entdeckung von Tigerfanti wurden klassische Alpfantologen zusammen mit Wissenschaftlern anderer Disziplinen zum Kongress geladen. Über das hochkarätige Gremium wollte man den Geheimnissen von Tigerfanti auf die Spur kommen. Besonders verbissen sich die Teilnehmer in die Behauptung, Tigerfanti gäbe es in zwei Varianten, einer rechts- und einer linksläufigen. Während die Biologen und Chemiker dabei gleich an ein Phänomen wie rechts- und linksdrehende Milchsäure dachten, legten gerade die Mathematiker den Läufigkeitsbegriff weitaus großzügiger aus. Letzten Endes bildete aber eine Theorie zur Herkunft des Tigermusters den Höhepunkt des Kongresses. Angeblich sind die als sehr gesellig geltenden Tiere recht sonnenhungrig. So sollen sie oft stundenlang gemeinsam in der prallen Sonne liegen und sich ganz zärtlich gegenseitig die Rüssel über ihre Körper legen. Sowohl die braune Grundtönung als auch die hellen Streifen fänden damit eine plausibe Erklärung. Zaghafte Einwände, dass die Streifen doch eher schwarz als hell aussähen, wurden als kleinkariert (um nicht zu sagen dünngestreift) bezeichnet und vehement zurückgewiesen.

Alpfanti crystallinus (Quarzfanti)

Selten widerfährt einem Wanderer das Glück, einen klaren Bergkristall zu finden. Noch viel unwahrscheinlicher ist es, einen solch edlen Stein mit einem inkludierten Alpenelefanten zu Gesicht zu bekommen. Nur ganz wenige solcher Funde sind bislang bekannt geworden. Auch konnte noch niemand eine überzeugende Erklärung für diese eigenartigen Einschlüsse aufbieten, sicher eines der dringlichsten Themen für den nächsten Alpfantologenkongress.

Alpfanti musoides (Mausfanti)

Man glaubt es nicht, was einsame Alpfantis alles unternehmen, um Anschluss zu finden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, selbst Mäuse taugen offenkundig als Partner für die kleinen Alpenelefanten. Aus der Sicht der Mäuse heißt das nichts anderes, als "aus einer Maus einen Elefanten machen". Eifersüchtige Mücken werden dabei sehr aggessiv und ungerecht, so dass sie neben Mäusen und Alpfantis auch harmlose unschuldige Wanderer stechen. Ökologische Zusammenhänge sind oft sehr überraschend.

Alpfanti gemmeus (Brillantofanti)

Schon längere Zeit wusste man von gläsernen Alpfantis (Glasfanti). So hielt man zunächst auch Brillantofanti für eine extreme Variante dieser Tierart. Mittlerweile weiß man jedoch, dass Brillantofanti aus reinem Kohlenstoff und zwar in Form der edlen Modifikation des Diamanten besteht. Die Erklärung für die Entstehung dieser Tierart liegt auf der Hand. Einige Alpfantis buddeln sich im kalten Winter so tief in den wärmenden Boden, dass sie durch den hohen Druck der darüber liegenden Erdschichten zu lupenreinen Diamanten umgeformt werden. Ihren besonderen Glanz und Schliff bekommen diese Tiere schließlich, wenn sie im Frühjahr wieder an die Oberfläche gelangen und anschließend den erdigen Schmutz auf ihrer Oberfläche durch lang anhaltendes Wetzen an den Felsen abstreifen.

Alpfanti verticalis (Lotfanti)

Lotfanti gehört zu den jüngeren Entwicklungen bei den Alpenelefanten. Erst seit die Menschen Seilsicherungen in den schwer zugänglichen Bergregionen anbringen, konnte sich diese Alpfantiart herausbilden. Mit einer kleinen beweglich angebrachten Öse oben auf dem Kopf können sie sich geschickt in die Seile einhängen und so (über zum Teil lotrechte Aufstiegsrouten) für andere Alpfantis völlig unzugängliche Regionen erreichen. Sehr häufig sieht man Lotfantis an Klettersteigen.

Alpfanti sinopis (Diofanti)

Nicht Diophant von Alexandrien, der antike Mathematiker, steckt hinter dem Namen Diofanti, sondern Diogenes (ca. 400 v.Chr. bis 323 v.Chr), der mindestens hundert Jahre ältere Philosoph aus Sinope. Der Bezug zwischen dieser Alpfantiart und dem alten Griechen liegt auf der Hand oder besser gesagt in der Dose. Wie Diogenes genießt auch Diofanti die schönsten Tage des Jahres in einem tonnenförmigen Behälter, aus dem er sein Haupt genüßlich in die Sonne reckt. Rücksichtsvolle Wanderer achten streng darauf, keinen Schatten auf den vierbeinigen Sonnenanbeter zu werfen.

Alpfanti felinis (Schnurrfanti)

Oft erzählen Wanderer, auf ihren Wegen von Berg zu Berg ein katzenartiges Schnurren gehört zu haben. Lange Zeit hatte man keine befriedigende Erklärung für dieses Wandererlatein, sind doch weder Hauskatzen, noch gar Wildkatzen typische Bewohner unserer Alpen. Schließlich fand sich des Rätsels Lösung in so mancher kleinen Felsspalte in Form zufrieden schnurrender Alpfantis. Nähere Einzelheiten zur Lebensweise dieser Tierart sind noch nicht erforscht.


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