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Alpfanti aureus (Goldfanti)

Gab es ihn wirklich oder gibt es ihn sogar noch immer, diesen von längst vergessenen Sagen wie von einem dichten Schleier umwobenen Alpenbewohner? Die Frage nach Goldfanti bedrängt und entzweit die Freunde und Förderer der Alpenelefanten mehr als jede andere. Immer wieder hört man von obskuren Beobachtungen, doch wenig glaubhaft sind die Überbringer der Botschaften. Keiner bekennt sich öffentlich zu seiner angeblichen Entdeckung und nicht ein überzeugendes Foto wurde bislang vorgelegt. Dennoch glauben noch viele Experten an die Existenz von Goldfanti und tatsächlich spricht einiges dafür. Warum nur, so fragen wir uns doch alle, fristen Goldgräber in unseren heimischen Alpen ein so kümmerliches Dasein?! Für Goldfanti-"Gläubige" liegt die Antwort auf der Hand. Einige Alpfantis sollen angeblich - fasziniert vom magischen Glanz des gelblichen Metalls - so lange an goldhaltigen Gesteinen gelutscht haben, bis sie das edle Metall praktisch vollständig in sich aufgenommen haben. Aus gewöhnlichen Alpenelefanten wurden somit goldglänzende Fabeltiere. Gut möglich, dass diese dann von unseren eigenen Vorfahren gerade wegen ihres Edelmetallanteils gierig bejagt wurden und daher womöglich schon frühzeitig ausgestorben sind.

 

Alpfanti volaticus (Flugfanti) 

Schon mehrfach hatte ich von dem geheimnisvollen fliegenden Elefanten gehört, aber Beweise für seine Existenz lagen mir nicht vor. Nun endlich wurde ich selbst Augenzeuge einer Begegnung mit diesem wundersamen Tier. Ich fand das abgebildete Exemplar in einem Baum sitzend, besser gesagt schlafend. Wie kann dieses gar nicht so leichte Tier nur dorthin gelangt sein? Zwar fielen mir sofort die großen Flatterohren auf, doch konnte ich mir kaum vorstellen, dass diese zu richtigen Flügeln taugen würden. Nachdem ich das seltene Tier eine längere Zeit aus sicherer Distanz beobachtet habe, kann ich mit gutem Gewissen behaupten, dass es nicht wirklich flugfähig ist. Auf die Bäume kommt das Tier allein durch mühevolles Klettern. Dabei ermüdet es so sehr, dass es den größten Teil des Tages schlafend im sicheren Geäst verbringt. Die Flatterohren nutzt das scheue Tier dann beim Sprung von den Bäumen (vielleicht auch von Gipfel zu Gipfel?) in der Art kleiner Fallschirme. Der Name Flugfanti ist also nur bedingt zutreffend.

 

Alpfanti sylvaticus (Günselfanti) 

"Alpfanti sylvaticus", der Name deutet richtigerweise auf einen Wald als eigentliches Biotop von Günselfanti und ist dennoch irreführend. Man findet diese Tiere nämlich nicht in unseren Bergwäldern sondern auf Almen inmitten von hochgeschossenen Günsel-Pflanzen. Für Alpfanti sylvaticus erscheinen diese bis über 20 cm hohen Blumen wie kleine Bäume und daher ein größerer Bestand an Ajuga (Günsel) wie ein richtiger Wald. Dennoch konnte sich in unserer Sprache der mehrfach vorgeschlagene Name Waldfanti nicht durchsetzen. Details aus dem Leben von Günselfanti sind noch wenig erforscht, jedoch werden ihm amouröse Beziehungen zu Glasfanti nachgesagt.

 

Alpfanti perlucens (Glasfanti) 

Glasfanti, der "Durchsichtige", hinterlässt noch einige offene Fragen bei den Alpfantologen. Woher kommt diese unübersehbare Transparenz, ob derer man ihn erst sehr spät entdecken konnte? Genauere Forschungen stehen noch aus, doch fällt auf, dass diese Tiere gerne quarzhaltige Gesteine zermalmen und dabei unangenehm knirschende Geräusche erzeugen. Da Glasfanti sich oft in den sogenannten Günselwäldern aufhält, wurde er auch schon in Gemeinschaft mit Günselfanti gesehen. Nicht auszudenken, wenn es zu Paarungen zwischen diesen beiden Tieren kommen sollte.

 

 

Alpfanti bella donna (Tollfanti) 

Tollfanti ernährt sich bevorzugt von Atropa bella donna, der Tollkirsche. Die berauschende und zugleich sehr gefährliche Wirkung dieser Frucht auf einen Säugetierorganismus ist hinlänglich bekannt. Im Gegensatz zu uns Menschen scheint das Gift dieser Pflanze bei Tollfanti aber keine lebensbedrohlichen Auswirkungen auf den Organismus zu haben. Dennoch deuten sowohl das unberechenbare Verhalten als auch der etwas stiere Blick mit den geweiteten Pupillen bei diesen Tieren unmissverständlich auf die regelmäßige Einnahme von Atropin hin.

 

Alpfanti planus (Keksfanti) 

Bestens angepasst an das Leben in schmalen Felsspalten kann sich Alpfanti planus den neugierigen Blicken der Menschen fast vollständig entziehen. Somit ist die Entdeckung dieser beinahe zweidimensionalen Alpfantis wohl nur einem großen Zufall zu verdanken. Angeblich wurden sie - so seltsam das klingen mag - von einer (in den Alpen eher selten zu findenden) Kamelkarawane aufgespürt. Aufgrund ihres erstaunlich hohen Saccharose-Gehalts sollen diese Alpfantis bei den Kamelen als Futter recht beliebt gewesen sein. Vielleicht ist dies aber auch nur ein Scherz, was jedoch den Beinamen "Keksfanti" erklären könnte.

 

Alpfanti domesticus (Hausfanti) 

Bislang völlig ungestört verbringt Hausfanti sein verborgenes, streng geheimes Dasein im Schutze der hintersten Winkel unserer Berghütten. Schon vor langer Zeit ist es einigen besonders geduldigen Almbauern gelungen, einzelne Alpfantis zu domestizieren. So lassen sich diese heutzutage recht trägen, mittlerweile eindeutig überzüchteten Alpenelefanten in so manchen Stuben den größten Teil des Tages auf den bequemsten Sofas der Berghütten von ihren Herrchen und Frauchen verwöhnen. Diese Verhätschelung hat schon so weit geführt, dass man Hausfantis praktisch nur noch bekleidet antrifft. Trotz ihrer offensichtlichen Nutzlosigkeit werden diese Tiere von den Sennerinnen und Sennern sehr geliebt und mit größter Umsicht vor den Blicken Fremder abgeschirmt. Es bedarf schon eines besonders glücklichen Umstandes, wenn man als Besucher ein solches Tier zu Gesicht bekommt. Selbstverständlich wird der Autor den Fundort des abgebildetetn Exemplars hier nicht verraten.

 

Alpfanti iucundus (Magnetofanti) 

Magnetofanti, ein fast blinder Elefant auf Abwegen! Der Name Alpfanti iucundus ist eigentlich irreführend. Iucundus heißt etwa so viel wie "angenehm", "erfreulich" oder auch "anziehend". Der kleine Elefant mag niedlich aussehen, doch anziehend ist er auf eine ganz andere Art. Alpfanti iucundus enthält kleine Stabmagnete und wirkt somit anziehend auf bestimmte Metalle, was dem Tier einen schönen Glanz verleiht. Aber noch viel wichtiger: Mit den kleinen Magneten kann sich Alpfanti iucundus am Magnetfeld der Erde orientieren, so dass er sich trotz seiner schlechten Augen in seiner Umwelt bestens zurechtfindet. Weitgereiste Touristen berichten gar davon, diese Tiere seien eigentlich im südlichen Afrika beheimatet und einige von ihnen in die Alpen ausgewandert. Vielleicht sind diese Tiere aber auch - versteckt im Gepäck der Reisenden - zu uns gekommen. Der Gattungsname Alpfanti wäre nach diesen Vorstellungen jedenfalls nicht korrekt. Sei es wie es sei, man findet diese messingfarbenen Kleinelefanten hin und wieder in unseren Bergen, wo sie dann leider von rücksichtslosen Wanderern nicht selten gefangen und als Halter auf Magnettafeln missbraucht werden.

 

Friesfanti

Während bei Eisfanti und Magnetofanti die Gattungszugehörigkeit zu Alpfanti lediglich angezweifelt wird, gilt diese Frage bei Friesfanti als eindeutig geklärt. Friesfanti ist an der Nordseeküste beheimatet und steht in keiner näheren Verwandtschaft zu den verschiedenen Alpfanti-Arten. Da es jedoch auch in Norddeutschland viele Freunde unserer Berge gibt, werden immer wieder einzelne Friesfantis in den Alpenraum eingeschleppt. Dort führen sie jedoch ein eher trauriges Dasein. Verständnislos und ebenso vergeblich starren sie zum Horizont und warten auf die nächste Flut. Zudem überstehen Friesfantis nur selten den harten Winter in den Bergen. Friesfanti und die Berge, eine echte Herausforderung für die Evolution!

 

Alpfanti canoides (Waufanti) 

Waufanti, ein Kuriosum unter den Alpenelefanten! Niemand hätte es für möglich gehalten, doch Waufanti ist der lebende Beweis für die erfolgreiche Kreuzung zwischen einem Alpfanti und einem Hund. Das Foto zeigt das typische Erscheinungsbild dieser Tiere, im hinteren Teil eindeutig Hund (vielleicht gar ein Dackel?), im vorderen Bereich ebenso unstrittig Alpfanti. Dabei ist die entscheidende Frage noch ungeklärt. Sind Waufantis untereinander fruchtbar oder entstehen sie durch immer neue Vermischungen der beiden Tierarten? Wir wissen es nicht, es gibt noch vieles zu erforschen! 


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